Winterdienst – Steuerliche und rechtliche Konsequenzen

posted in: Uncategorized | 0

Räumpflicht

Der Winter ist da und mit ihm kommen der Schnee und das Eis auf die Gehwege und Einfahrten. Nach dem Gesetz sind Vermieter dazu verpflichtet zu gewährleisten, dass der seinem Grundstück zugehörige Gehwege und Einfahrten geräumt werden. Dies muss erledigt werden, damit niemand ausrutscht, sonst haftet nämlich der Vermieter für Verletzungen und Sachschäden, die als Folge eines  nicht Nachkommens dieser Pflicht entstehen. Häufig gibt es dafür in den Kommunen ausführliche Regeln, in welchem Umfang geräumt und gestreut werden soll. Für den Winterdienst ist theoretisch der Grundstückseigentümer zuständig, dieser hat jedoch verschiedene Möglichkeiten dieser Pflicht nachzukommen. Er kann entscheiden, wer den Winterdienst durchführt, außerdem gibt es verschiedene Alternativen, den Winterdienst von der Steuer abzusetzen.

Rechtliche Konsequenzen bei Vernachlässigung der Räumungspflicht

Wird der Räum- und Streupflicht nicht im angemessenen Rahmen nachgekommen und ein Fußgänger kommt durch das ausrutschen auf Glatteis zu Schaden, so muss der Streupflichtige sowohl für die Arzt- und Krankenhauskosten, als auch für Verdienstausfälle und Schmerzensgeld haften.

Möglichkeiten der Durchführung und steuerliche Konsequenzen

  1. Der Eigentümer wohnt im Haus und führt die Arbeiten selbst durch, um zu gewährleisten dass die Wege sicher sind

In diesem Fall sind die Kosten für Schneeschaufel, Sand oder Kies nicht steuerlich abzugsfähig.

  1. Der Eigentümer wohnt im Haus beauftragt einen Dienstleister für den Winterdienst, der den Schnee wegräumt und streut um zu gewährleisten, dass die Rutschgefahr beseitigt ist

Der Eigentümer bezahlt die Rechnung selbst. Somit ist der Winterdienst als haushaltsnahe Dienstleistung von der Steuer absetzbar.

  1. Der Eigentümer überträgt den Winterdienst auf seine Mieter, welche nun selbst sicherstellen, dass keine Gefahr von Glätte ausgeht

Die Kosten für Schneeschaufel, Sand und Kies sind in diesem Fall nicht steuerlich abzugsfähig.

  1. Der Eigentümer überträgt den Winterdienst auf seine Mieter, diese beauftragen einen Dienstleister, welcher sich um die Sicherheit auf den Gehwegen und Einfahrten kümmert

Da der Mieter in diesem Fall die Rechnung bezahlt, kann diese als haushaltsnahe Dienstleistung abgesetzt werden.

  1. Die Mieter zahlen in den monatlichen Nebenkosten einen Abschlag für den Winterdienst

Die mit dem Winterdienst verbundenen Kosten, können da sie praktisch wie eine „Rechnung“ in Form des Abschlages gezahlt werden, vom Mieter als haushaltsnahe Dienstleistung abgesetzt werden.

  1. Die Wohnungseigentümergemeinschaft beauftragt einen externen Dienstleister mit dem Winterdienst

In diesem Fall werden die Kostenauf die Eigentümer verteilt und können anschließend von jedem einzelnen als haushaltsnahe Dienstleistungen abgesetzt werden.

 

Haushaltsnahe Dienstleistungen

Der Winter dienst gehört zur Kategorie der haushaltsnahen Dienstleistungen. Dies zählt eigentlich nur wenn sich der zu räumende Bereich nicht auf dem Grundstück befindet, wie beispielsweise die kommunalen Gehwege vor dem Haus, die Einfahrten und Haltestellen welche sich direkt vor der Haustüre befinden. Der BFH hat entschieden, dass die Arbeiten auf Privatgrund und die Arbeiten auf öffentlichem Grund nicht separat abgerechnet werden müssen.

BILDER